Große Neubauwohnungen: knappes Angebot und attraktive Preisrelation

Die neuesten Daten des A3 Immobilienmarktberichtes und die Zahlen zur Neubau- und Vermietungstätigkeit bestätigen einen langfristigen Trend: Der Augsburger Mietwohnungsmarkt bleibt von einer hohen Nachfrage und einer gleichzeitig geringen Neubautätigkeit geprägt. Besonders knapp ist das Angebot an größeren Wohnungen, die Familien ausreichend Platz für Kinderzimmer, Homeoffice und eine langfristige Lebensplanung bieten.

Der Neubau konzentriert sich auf kleinere Einheiten

Die Zahlen der Stadt Augsburg zeigen, dass sich der Wohnungsneubau deutlich auf kleine und mittlere Einheiten konzentriert. Von den Ende 2025 genehmigten, aber noch nicht begonnenen Wohnungen hatten rund 84 Prozent höchstens drei Zimmer. Nur ein vergleichsweise kleiner Anteil ist als Wohnung mit vier oder mehr Zimmern geplant.

Für Familien besteht damit ein enger Teilmarkt. Benötigt werden häufig mindestens vier Zimmer: neben dem Elternschlafzimmer ein oder mehrere Kinderzimmer sowie zunehmend ein flexibel nutzbarer Raum für Homeoffice oder Gäste. Außenflächen wie Balkon, Terrasse oder Garten erhöhen zusätzlich die langfristige Nutzbarkeit.

Neubauqualität wird entsprechend honoriert

Der aktuelle Immobilienmarktreport 2025/2026 weist für neu gebaute Wohnungen in guten bis sehr guten Augsburger Wohnlagen eine durchschnittliche Angebotsmiete von 18,50 Euro pro Quadratmeter aus. Das entspricht einem Anstieg von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Wert bezieht sich auf eine Drei-Zimmer-Wohnung mit etwa 65 bis 95 Quadratmetern.

Eine Beobachtung fällt dabei ins Auge: Mit zunehmender Wohnfläche verändert sich der Mietpreis pro qm nur noch moderat. Dadurch liegen mittlere und große Wohnungen bei der erzielbaren Quadratmetermiete vergleichsweise nah beieinander – während der Kaufpreis pro Quadratmeter bei größeren Einheiten häufig spürbar günstiger ausfällt (Elektrik- und Sanitärkosten sind weitgehend unabhängig von der Größe).

Sinkender Kaufpreis pro Quadratmeter erhöht die relative Attraktivität

Auf der Kaufpreisseite ist der Größeneffekt häufig stärker ausgeprägt. Größere Wohnungen werden pro Quadratmeter deutlich günstiger angeboten als kleine und mittlere Einheiten. Für Kapitalanleger ist diese Preisrelation besonders relevant: Während der Kaufpreis je Quadratmeter mit zunehmender Wohnungsgröße deutlich sinkt, bleibt die erzielbare Miete je Quadratmeter aufgrund der abflachenden Mietkurve relativ stabil. Die Mietrendite wird dadurch nicht automatisch durch die größere Wohnfläche verwässert. Im Gegenteil kann sich die Relation zwischen Kaufpreis und Miete bei großen Wohnungen verbessern.

Vereinfacht bedeutet dies: Sinkt der Kaufpreis pro Quadratmeter um beispielsweise acht Prozent, während die erzielbare Quadratmetermiete auf dem gleichen Niveau einer mittelgroßen Wohnung liegt, steigt die relative Ertragskraft des eingesetzten Kapitals.

Große Wohnungen verbinden daher folgende Vorteile:

  • einen niedrigeren Einstiegspreis je Quadratmeter,
  • eine attraktive Quadratmetermiete im Vergleich zu mittleren Wohnungen,
  • ein knappes Konkurrenzangebot und
  • eine Zielgruppe mit langfristigem Wohnbedarf.

Potenzial für langfristige Mietverhältnisse

Große Familienwohnungen bieten zudem gute Voraussetzungen für langfristige Mietverhältnisse. Hat eine Familie eine Wohnung gefunden, die auch bei veränderten Lebensumständen ausreichend Platz bietet, besteht häufig weniger Anlass für einen erneuten Umzug.

Kita- und Schulwege, das soziale Umfeld der Kinder sowie die Nähe zu Freunden und Verwandten schaffen eine stärkere Bindung an den Wohnort. Für Vermieter kann eine geringere Fluktuation weniger Neuvermietungsaufwand, selteneren Leerstand sowie geringere Renovierungs- und Vermarktungskosten bedeuten.

Fazit

Das Investmentargument großer Neubauwohnungen beruht auf einer besonders vorteilhaften Kombination: Das Angebot ist knapp, der Bedarf junger Familien konkret und langfristig. Gleichzeitig sinkt der Kaufpreis je Quadratmeter mit zunehmender Wohnungsgröße deutlicher als die erzielbare Miete.

Große Wohnungen können dadurch trotz eines höheren absoluten Kaufpreises relativ attraktiver sein als kleine Einheiten. Sie bieten nicht zwingend die höchste nominelle Quadratmetermiete, häufig aber eine überzeugende Relation aus Kaufpreis, Mietertrag, Vermietbarkeit und langfristiger Mieterbindung.